Die Macht der Suggestion


Der Begriff „Suggestion“ ist abgeleitet aus dem lateinischen (suggestio, -onis = Hinzufügung, Eingebung). Wie der Name schon erkennen lässt, geht es darum, etwas „unterzuschieben“. Hierbei kann es sich um positive oder negative Dinge handeln, um nützliche oder unnütze, um ungefährliche aber auch um gefährliche.  Häufig wird der Begriff „Suggestion“ mit dem Begriff „Hypnose“ verwechselt. Hypnose ist jedoch nur ein Weg um Suggestionen möglichst effektiv wirksam werden zu lassen, wobei es jedoch auch Hypnoseinduktionen gibt, die auf Suggestionen beruhen. Das klingt nun paradox, man darf diese Begriffe jedoch auf keinen Fall, wie es häufig geschieht, verwechseln.
Hypnose ist ein Zustand, der je nach Tiefe die Wirksamkeit von Suggestionen extrem erhöhen kann. Das liegt daran, dass mit der Hypnose die Kritikfähigkeit extrem herabgesetzt werden kann. Das ist auch der Grund, dass man zunächst eine möglichst tiefe Hypnose induziert um damit die Wirksamkeit der Suggestionen (= hinzugefügte Programme) zu erhöhen.
Um zu verstehen, wie man richtig „suggeriert“ (nicht „suggestiert“), muss man wissen, auf welche Art und Weise Suggestionen funktionieren. Wir unterscheiden hierzu einfach einmal das Wachbewusstsein vom Unterbewusstsein. Das Wachbewusstsein kann Kritik ausüben und es spricht die Landessprache. Es ist rational und logisch.  Das Unterbewusstsein hingegen sprechen wir am besten über die Bilder- und Gefühlsebene an. Die beiden Bewusstseinsschichten können kommunizieren und wenn wir das Bewusstsein mit dem Unterbewusstsein konkurrieren lassen, wird sicher das Unterbewusstsein gewinnen. Das Unterbewusstsein ist in der Lage über die Kanäle, denen sich auch das Bewusstsein bedient, mit Sprache zu kommunizieren. Es ist jedoch nicht die Hauptkommunikationsform. Sprache ist hierfür viel zu einfach strukturiert und fehleranfällig. Beschreiben Sie doch einfach einmal mit Worten den ersten Fallschirmsprung – und zwar so, dass es andere Menschen nachvollziehen können. Ach… sie kennen das Gefühl nicht, weil sie noch nicht gesprungen sind? Nun, warum kennen sie dann das Gefühl nicht aus Beschreibungen anderer Springer? Es geht nicht! Das Gefühl ist viel zu komplex und unsere Sprache ist viel zu einfach um derartige Dinge nachvollziehbar zu beschreiben. Auch muss das Unterbewusstsein bereits lange bevor wir Sprache deuten können funktionieren und zwar zu 100%! Die Kommunikation des Unterbewusstseins ist also nicht von unserer Sprache abhängig, bzw. unsere Sprache läuft zunächst durch einen Simultanübersetzer, der alles in eine Sprache des Unterbewusstseins umsetzt um verstanden zu werden. Diese Sprache wiederum beruht auf unseren Emotionen, Bildern, etc. – nicht jedoch auf Buchstaben. Das ist auch die Sprache der Werbung. Da Werbung keine Hypnose einsetzen kann, werden indirekt Gefühle und (Wunsch-)Bilder erzeugt um die kritische Instanz (Bewusstsein) zu umgehen. Ist das Unterbewusstsein einmal programmiert, wird der Mensch automatisch, ohne bewusst eine Entscheidung zu treffen, reagieren.
Wenn eine Hypnose induziert wurde (ich spreche hier von Hypnose und nicht von NLP oder „Märchen erzählen“) und ein direkter Zugang („Rapport“) zum Unterbewusstsein geschaffen, bzw. das Bewusstsein eingeschränkt wurde, muss man den Dolmetscher beachten, der unsere Sprache (Worte) in die Sprache des Unterbewusstseins übersetzt.

Die folgenden Ausführungen gelten demnach ausschließlich für die Anwendung der klassischen Hypnose und keineswegs bei der „modernen Hypnose“, die mit Metaphern arbeitet.
Bevor wir Suggestionen geben können, die auch wirksam werden können, ist es notwendig, dass ein Zustand des eingeschränkten Bewusstseins eintritt, den wir „Hypnose“ nennen. Wir unterscheiden also ganz klar zwischen dem ZUSTAND der Hypnose und den Suggestionen, die in diesem Zustand ganz besonders wirksam werden.  Im Zeitalter des Computers kann man es so sehen, dass die Hypnose den Administratorrechten entspricht, während die Suggestionen den auszuführenden Programmen entsprechen.
Bei der klassischen Hypnose werden Suggestionen direkt gegeben. Als Beispiel eine Armlevitation: „Ich hänge an Deinem rechten Handgelenk nun einen  Gasballon an, der kräftig genug ist, Deinen Arm zu heben. Du spürst nun, wie Dein Arm leichter und leichter wird, immer leichter wird Dein Arm und steigt, gezogen von diesem Gasballon immer schneller nach oben…“. Wichtig ist bei der klassischen Hypnose, dass die Suggestionen wortwörtlich (!) ausgeführt werden. Je nach Hypnosetiefe kann Umgangssprache zu höchst ungewollten Ergebnissen führen. So wie zum Beispiel die folgende Suggestion, die ein Arzt während einer Raucherentwöhnung gab: „Jedes mal, wenn Du Zigaretten siehst, wird Dir übel!“. Nun, was macht die Person an der Supermarktkasse oder am Restauranteingang, wo die Raucher ihrem Laster frönen? … Es ist schnell geschehen, dass man Unsinn erzählt, der vom Unterbewusstsein nach Einschränkung der Kontrollinstanz Bewusstsein durchgeführt wird.
Der größte Unsinn, der seit Jahren verbreitet wird, ist, dass das Unterbewusstsein keine Negationen oder „Nein“, bzw. „nicht“ nicht verarbeiten kann. Nach meiner bereits jahrelang anhaltenden Aufklärungskampagne schaut es schon langsam besser aus. Es wird jedoch immer noch gelehrt. Das tollste sind dann die Bücher mit „Dr. irgendwas“ als Autor, die das propagieren um im nächsten Kapitel zu erklären, wie man mit ideomotorischen Bewegungen „Ja“ und „Nein“-Antworten erhält.

 

 

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Last Modified 10.08.2008

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