| Erstellt von chippie |
| chippie - 30.10.2007 10:35: ein thema das mich heute morgen berührt hat. es wäre nett, wenn ihr eure meinung und ev. erfahrungen auch hier rein posten würdet. um kurz nach 9 hat es bei mir an der tür geklingelt. eine frau wollte bei mir schnell telefonieren. sie musste 110 anrufen, weil sie im rückspiegel einen unfall gesehen hatte. das auto hinter ihr ist auf die gegenfahrbahn gefahren und dann im graben verschwunden. dahinter war nochmal ein auto, das ebenfalls einfach weitergefahren ist. sie bekam darauf gewissensbisse und musste den vorfall melden. ich hab mir gedacht, dass ich mit der frau zurückfahre um den unfallort besser zu finden (für polizei und ev. notarzt), sie sagte jedoch am telefon, dass sie weiterfahren müsste, was sie dann auch tat. ich bin jetzt gerade vom einkaufen zurückgefahren und musste an der unfallstelle vorbei. ausser dass die polizei, notarzt und feuerwehr da standen, sieht man tatsächlich keine unfallspuren. das auto scheint an den leitplanken vorbeigefahren zu sein, direkt in einen bach, der ca. 3 meter tiefer liegt. die polizei sah entspannt aus, also glaube ich nicht, dass etwas ernstes passiert ist. die unfallstelle ist direkt bei einer firma, also haben die dort arbeitenden sicher auch die polizei verständigt. was mich jetzt aber wundert: wie kann man etwas \"wichtigeres\" zu tun haben, als schnell anzuhalten und nach den verunfallten zu schauen? gibt es einen effekt, wie das kollektive wegschauen? die frau, die zu mir kam, musste erst 4 km weiterfahren, bis sie sich entschlossen hat, anzurufen. die firma nach der unfallstelle ist ca. 200 m davon entfernt. schock? hilflosigkeit? soll der nächste anrufen? keine ahnung. ich habe auch schon zwei unfälle erlebt, auch im rückspiegel. für mich gab es die möglichkeit weiterzufahren einfach nicht. ich habe mir erst nach der ganzen abwicklung die frage gestellt, was wäre wenn ich weitergefahren wäre? kann man etwas falsch machen, wenn man vor ort bleibt und hilfe ruft? warum denken leute so etwas? gruss sergio |
| Adrian_von_oppeln - 30.10.2007 11:17: ... vielleicht, weil i-welche menschen ihr ego vor das von anderen stellen?? vielleicht liegt das ja in der natur des menschen. vielleicht aber auch an unserer viel zu hektischen welt... ich glaub das liegt wirklich an der ganzen hektik. jmd sieht etwas, denkt nicht drüber nach, weil er grad auf einem anderen \"programm\" läuft, steht vielleicht ein paar sec vor der schweren frage, greife ich ein, ja/nein... und dann ist es zu spät... übrigens sind alle menschen (glaub ich) die ich kenne und von denen ich glaube, dass sie gern helfen auch sehr entspannt und eben nicht hektisch... da muss man hinsehen, die uhr ist unser ego...^^ |
| Tahira - 30.10.2007 11:36: Die antwort dürfte ganz einfach sein: angst davor, was einen dann erwartet, angst davor, nicht zu wissen, was man tun soll etc. Wer will schon im reallife einen zerfetzten oder verkohlten menschen sehen ? Ich habe einmal von ferne einen gesehen, der unter einen zug gekommen ist - wahrlich kein schöner anblick ! Uns ist mal folgendes passiert: auf der fahrbahn war eine fette bremsspur zu sehen, gut hundert meter weiter lag ein teures, aber total zerfetztes motorrad im straßengraben - das ließ nichts gutes erwarten. Trotzdem haben wir angehalten und den straßenrand abgesucht. Nichts ! Kein verletzter, kein toter ... Da weit und breit nichts zu sehen war (freies feld) sind wir dann weiter, ohne irgendwen zu verständigen. Mehr wie einen notarzt rufen hätten wir aber eh nicht machen können. |
| Witti - 30.10.2007 12:46: Das Thema \"Verantwortung\" ist auch nicht ganz unwichtig. Wenn ich den Anruf tätige, übernehme ich gleichzeitig die Verantwortung. Genau da wird es bei einigen Menschen schon problematisch. Und dann übernimmt man auch noch die Verantwortung für etwas, das man nicht richtig abschätzen und beurteilen kann. Aus dem Grund lassen es dann manche lieber sein, sprich, sie entziehen sich in dem Moment der Verantwortung. Früher oder später holt es dann aber die meisten doch ein. Nur für die Opfer zu spät.. |
| DELETED - 30.10.2007 13:03: Selbst gelöscht, wegen Rückzugs aus dem Forum, weil man hier von Seiten der Moderatoren persönlich angegriffen wird (die selbstverständlich immer recht und die Weisheit mit Löffeln gefressen haben), wenn man es wagt eine eigene Meinung zu haben... |
| chippie - 30.10.2007 13:18: danke für das feedback. ich habe meinen \"nothelferkurs\" in der schweiz vor 16 jahren gemacht. auch ohne kenntnisse des neuesten wissens kann jeder z.b. die unfallstelle absichern und hilfe rufen. bei schweren verletzungen kann man zumindest beruhigend wirken oder auch andere anwesende anweisen. ich glaube nicht, dass das etwas mit verantwortung zu tun hat, sondern mit rücksicht. was mich wundert ist nur, dass bei manchen das gehirn total ausschaltet und sie ein einfaches anhalten nicht beherrschen. die kosequenzen von unterlassener hilfeleistung mögen zwar eine drohende wirkung haben, jedoch bringen sie in der notsituation überhaupt nichts. und funktionieren tun solche drohungen offensichtlich auch nicht. gruss sergio |
| Sternchen777 - 30.10.2007 13:49: Hi Chippi, da sprichst du etwas sehrr interessantes an;-) Ich hatte vor kurzem jemand in unserem Seminar sitzen, der es auf einen anderen Seminarteilnehmer abgesehen hatte mit Mobbing! Er wurde dann auch in Seminar zu rede gestellt und es ist sicher, das auch andere Seminarteilnehmer das mit bekommen haben, dennoch haben alle schön brav ihren Mund gehalten und haben dem Treiben weiter zugehört. Nur eine einzige Seminarteilnehmerin hat dann, als es vor der Gruppe zu Sprache kam frei heraus gesagt was Sache ist und war sehr über die anderen erbost. Das Schema läuft doch genau so ab, wie du oben bei dem Unfall berichtet hast. Lieber unterstützen die Leute einen Mobber und Rufmordbetreiber, als sich auf die Seite des Opfers zu stellen. wink* Sternchen777 |
| Airblader - 30.10.2007 13:55: Die Schilderung des Unfalls weckt Erinnerungen, ich war nämlich auch bei einem Unfall Ersthelfer, bei dem es genauso war: Ein Auto mit betrunkenen Jugendlichen, die ganz in der Nähe einer großen Firma (HDM) in einen 3 Meter tiefen Graben fahren. Ein Auto dahinter machte ne Vollbremsung, die Frau stieg aus und war utner Schock. Von der Nasenwurzel ausgehen war ihr ganzes Gesicht blutbedeckt. Für uns war jedenfalls klar, dass wir sofort anhalten, Notruf verständigen und Ersthilfe leisten (ich sollte die Unfallstelle absichern, aber die meisten Autofahrer hat es nicht gejuckt). Allerdings bin ich seit 8 Jahren im Roten Kreuz und meine Eltern sind Altenpfleger. Jegliches Nicht-Helfen ist, egal wie gut man noch Erste Hilfe kann, für mich unverständlich und ungesetzlich. Was man sich vor Augen halten sollte: Macht man HLW, bricht einem 5 Rippen und tötet ihn, weil eine durchs Herz geht, so ist es dumm gelaufen. Macht man HLW jedoch nicht, so ist man gesetzlich dran wg. unterlassener Hilfeleistung. air Edit: Bei diesem Unfall konnten sie übrigens von Glück reden, keinen Baum erwischt zu haben (ist ne Allee). Sonst wäre viel mehr passiert. So gab es nur ein wirkliches Opfer: Die Fahrerin (glaube 19 oder 20) ist lebenslänglich querschnittsgelähmt (meine Tante arbeitet im Krankenhaus). |
| jufr - 30.10.2007 15:15: ich persönlich kann so ein verhalten nicht nachvollziehen und dafür muss ich sowas nicht erst erleben um mitzusprechen. es liegt schon allein in meiner natur mich verantwortungsvoll zu verhalten als auch in meinem gesunden menschenverstand. ich denke es fehlt solchen leuten einfach an mut aus welchen gründen auch immer. ich muss ehrlich zugeben das ich von meinem erstehilfe kurs nichts mehr in erinnerung habe aber ich weiss wie man ein telefon benutzt und den unfallort absichert. auch wenn ich nicht helfen könnte und dem verletzten nur die handhalten würde bis hilfe kommt muss man leider sagen das so ein verhalten anscheinden schon zu viel verlangt ist heut zu tage. ich für mich könnte nicht mehr schlafen wenn ich mich in dem moment von angst überwältigen lassen wüde und keine wenn auch noch so kleine hilfe leisten würde. zum mobbing: ich verstehe immer nicht warum die leute so eine blokade haben wenn es darum geht sich für jemand einzusetzen. gerade bei erwachsenen müsste man doch davon ausgehen das sie einen gefestigten charakter haben und sich auch für ihre meinung einsetzten können. wir leben schliesslich nicht in einer zeit wo solche dinge mit dem revolver geregelt werden :) warum also angst haben? es gibt genug menschen die ihr fehlverhalten nicht bemerken den muss man es sagen. |
| Adrian_von_oppeln - 30.10.2007 17:33: rauslesen kann ich jetzt vor allem eins: es fehlt an selbstbewusstsein. in einer welt, in der alles in die hände anderer gelegt wird, magelt es vielleicht an sowas wie selbsterkenntnis, und verantwortungsbewusstsein... je moderner wir werden, so scheint es mir manchmal, desto unselbstständiger werden wir. |
| HypNEO - 31.10.2007 15:52: Hallo Leute, ich glaube, das Phänomen der unterlassenen Hilfeleistung und des gezielten Wegguckens ist darauf zurückzuführen, dass viele Menschen einfach [b]Angst[/b] davor haben, [b]etwas falsch zu machen[/b]. Diese Angst geht soweit, dass einige konsequent Situationen umgehen, in denen sie nicht sicher agieren können. Der Grund dafür liegt m.E. wie so häufig in unserer [b]Erziehung[/b] begründet und führt dazu, dass in den Köpfen der meisten Menschen ein Programm abläuft, das (überspitzt formuliert) in etwa wie folgt lautet: [i]\"Du sollst keine Fehler machen. Fehler sind unrecht und beschreren anderen Menschen Probleme und Kummer. Wenn du etwas nicht kannst, dann lass es lieber bleiben und lass es einen anderen machen, der mehr Kompetenz hat als du, ansonsten wird irgendjemand unter deiner Nachlässigkeit leiden müssen.\"[/i] Klingt im ersten Moment ein bisschen zynisch, nicht wahr? Aber wenn mal jeder für sich überlegt, wie erfinderisch wir selber sein können, wenn es darum geht, einen Fehler zu vertuschen oder sich vor einer Aufgabe zu drücken, von der wir glauben, dass wir sie ohnehin nicht bewältigen können, dann finden wir uns darin oft wieder. Im Übrigen ist dieser Glaubenssatz \"Du kannst das nicht, lass mich das machen\" eines der ersten Dinge, mit denen Eltern im Rahmen der Erziehung das Selbstbewusstsein und -vertrauen ihrer Kinder einschränken, insbesondere dann, wenn sie das Kind aus übertriebener Sorge zu sehr \"in Watte packen\". Das Kind lernt damit implizit, dass es nur Dinge tun \"sollte\", die es auch hundertprozentig beherrscht - fatal für jegliches Selbstwertgefühl. Leider sitzt dieses Programm, da es schon seit Kindheitszeiten verankert ist, bei vielen Menschen auch extrem fest. Gruß, HypNEO |
| Turntablerocker - 31.10.2007 17:19: edit |
| chippie - 31.10.2007 18:17: in den fällen die ich selbst erlebt habe, wusste ich im ersten moment überhaupt nicht, was zu tun ist. überlegen fällt in so einer situation sicher etwas schwer, aber einfach weiterzufahren ist keine lösung interessant ist auch, wenn einer anhält, halten auch andere an um zu helfen. scheint wirklich ein problem der verantwortung zu sein. gruss sergio |
| jufr - 31.10.2007 18:43: @turnablerocker du magst schon recht habe aber ich rede von mir und wie auch schon gesagt es liegt vielleicht in meiner natur. mit menschnverstand meine ich nicht unbedingt das ich in dem moment aktiv logisch denke sonder eher das mich ein verstand logisch reagieren lässt. vielleicht spielen da auch andere eigenschaften eine rolle wie mitgefühl oder hoffnung oder einfach nur der gedanke das es jemand sein kann der einem am herzen liegt. vielleicht ist es wirklich erziehungssache oder einfach eine eigenschaft. jemand der sich so verhält in solch einer situation der verhält sich wahrscheinlich in anderen lebensbereichen ähnlich. was hypNEO sagt kling plausibel. liebe grüsse |
| Airblader - 31.10.2007 18:58: [quote] [i]Original von chippie:[/i] interessant ist auch, wenn einer anhält, halten auch andere an um zu helfen.[/quote] Das könnte daran liegen, dass \"Zweithelfer\" sich ja sagen können: Wir waren nicht als erste hier - also haben wir nicht die Verantwortung. air |
| Tizia - 31.10.2007 19:10: neben eurem genannten gibt es sicher noch einige andere gründe, die manch einen einfach weiterfahren lassen. bei mir gabs mal ein erlebnis, wo ich im nachinein zwar nicht bereute angehalten und geholfen zu haben, ich würde es auch wieder tun, was mich aber schon zum nachdenken darüber brachte. seitdem habe ich auch einen funken verständnis für die die es sich einfach machen und vorbei fahren. nachts um 2 auf einem unbeleuchteten feldweg (eine abkürzung :-)) fanden wir mal zwei alkoholisierte jugendliche, einer meistens ansprechbar, ca 15 m weiter einer nur noch wimmernd und ohne bewusstsein, beide blutüberströmt. zeitgefühl war bei dem einen nicht mehr da aber er ging von 2 stunden da liegen aus. wenn nicht der eine versucht hätte uns zu beeinflussen die zwei dazu gehörenden demolierten mopeds im feld zu verstecken bevor die polizei kommt, hätten wir wohl nicht erfahren was passiert ist. sie sind aus spaß im stockdunkeln, ohne licht auf dem feldweg aufeinander zugerast und haben sich dabei erwischt. wir haben natürlich nichts versteckt:-) handy hatten wir und die beiden nicht bei, also ins nächste dorf irgendwen wecken und hilfe rufen. das war das erste was uns die polizei nach ankunft ziemlich ungehalten vorwarf. wir konnten nicht korrekt die stelle des unfalls auf welchem feldweg benennen. so dass krankenwagen und polizei einige zeit mit suchen verbrachte. wegen späterer aussagen sollten wir dann warten. nach ner weile wurden wir allerdings von dem gleichen dann ziemlich angestaucht, was wir da zu suchen hätten und warum wir da am unfallort rumstehen und spannen. da platze mir schon fast der kragen, denn es war keine freude in der kälte nachts die ganze zeit zu warten und sich das alles nachdem die fahrzeuge dort waren mit licht ansehen zu müssen. ich bat dann nur um unsere sachen, mit denen wir versucht haben die auf den boden liegenden verletzten während der langen wartezeit etwas zu wärmen. meine frage was ich tun kann wegen der sachen, die dabei wegen dem vielen blut gelitten hatten. wurde mir nur weiter unwirsch gesagt. das ist unser problem, wenn wir schon damit an die verletzten rangehen. der arzt fand unsere 1.hilfe korrekt und hat sich bedankt ich war ziemlich sauer kurz danach, es tat mit mir leid um die zeit, um mein bemühen und um die sachen. na zumindest hats den verletzten geholfen und sicher würde ich spontan wieder das gleiche tun, aber ich kann eben auch die etwas verstehen die anfangen an sich zu denken, wenn mit hilfe und einsatz eben auch so wie oben erlebt umgegangen wird. einen lieben gruß tizia |
| chippie - 01.11.2007 08:35: @tizia: ihr habt richtig reagiert, nur das zählt. wenn der polizist einen schlechten tag gehabt hat, dann ist das sein problem. er hat seinen beruf gewählt. die krankenwagen-besatzungen sind in der regel die nettesten am unfallort. mir hat sogar mal einer eine notfalldecke gegeben (die goldig/silbrigen für 2-3€) weil ich meine verwendet hatte. von den ärzten hab ich schonmal böde kommentare gehört: wegen sowas einen krankenwagen rufen ( 2 airbags ausgelöst, frontscheibe gerissen). ein mädchen hat laut geschrien und sich über kopfschmerzen beklagt. dann so ein kommentar.. aber trotz dem zeitaufwand hab ich nie bereut, etwas unternommen zu haben. wenn ich weggeschaut hätte, müsste ich mir heute noch vorwürfe machen. gruss sergio |
| Airblader - 01.11.2007 10:58: Allerdings sind auch die RTWs nicht immer die Lämmer. Wir hatten vom Roten Kreuz aus mal eine Übung, von der die Station nichts wusste. Der \"Einsatzort\" war schlappe 150m weit weg - und die haben geschlagene 20 Minuten gebraucht, um hinzukommen (ich lag bei der Übung unter einer Tonne, die nach gut 20 Minuten auch unbequem wird ;) ). (Edit: Achja, und es war a) schon eine nicht allzu glimpfliche Unfallsituation und b) auch nichts anderes passiert, weswegen sie hätten so spät kommen können) air |
| Phoenix - 01.11.2007 11:16: Interessant wäre es doch mal zu erfahren, warum die Menschen einfach wegsehen. Das ist doch nicht nur im Straßenverkehr so, auch bei Überfällen, z.B. in Straßenbahnen, wo in einer vollbesetzten Bahn jemand fast zu Tode geprügelt wird und nicht ein einziger eingreift, es wurde nicht einmal ein Handy benutzt um Hilfe zu rufen oder der Fahrer benachrichtigt. Wir sind eine Wegschaugesellschaft geworden. Niemand hat mehr Mut, jeder ist sich selbst der Nächste. Eine Freundin von mir hat bei einem Mann, der auf der Straße mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen ist HLW (Herz-Lungen-Wiederbelebung) gemacht. Da er auf die Nase gefallen war, blutete er. Sie hat ihm damit das Leben gerettet, aber im Krankenhaus wurde ihr dann gesagt, das der Mann Aids hat. Sie mußte mehrere Wochen warten bis bei ihr das Testergebnis da war. Von Freunden, Familie und auch von den Ärzten wurden ihr Vorwürfe gemacht, wie sie so leichtsinnig sein konnte. Ich habe sie in der Wartezeit begleitet, auch mit Hypnose. Sie hat sich nicht angesteckt. Wenn Sie gefragt wird, ob sie das noch einmal machen würde, sagt sie, soll ich jemanden sterben lassen, weil er \"vielleicht\" Aids hat? Ich kenne viele die sagen, niemals würde ich bei jemandem Mund zu Mund Beatmung machen. Grund: Das ist ja ekelig. Habt ihr beim Spaziergang immer Hilfsmittel dabei für eine HWL? Im Auto hat man so etwas, in der Tasche selten. |
| Liladream - 01.11.2007 12:18: @Phoenix , wegsehen und nichts tun ist einfacher als etwas zu sehen oder tun. Sich danach mit Worten zu engagieren ist ebenfalls einfach (man muß ja nichts tun). Hat nicht plötzlich im Nachhinein jeder was gesehen oder gedacht da könnte was gewesen sein? Die meisten sehen nur da etwas, wo es im Grunde nichts zu \"sehen\" gibt. Engagieren sich wieder nur mit Worten bis sie merken daß man etwas tun müßte. Dann sehen sie wieder nichts mehr. Kleines Beispiel aus meinem Leben. Ich habe 4 Kinder alleine groß gezogen. Jeder hat mir erklärt daß man sich so viele Kids vorher überlegt, daß man sich mit 4 Kids nicht scheiden läßt, daß man nicht auch noch nachts arbeitet wenn man Kids hat usw. usw. Keiner hat angeboten auch nur eine Std. Kinderbetreuung zu übernehmen. Habe ich mal darum gebeten, hatte plötzlich keiner Zeit.... |
| Airblader - 01.11.2007 12:20: Man muss ja nicht Mund-zu-Mund machen. Wir lernen im DRK Mund-zu-Nase-Beatmung. Ob das allgemein als weniger eklig empfunden wird - ich weiß ja nicht. Der Fall mit deiner Freundin ist natürlich krass. Sie hat auch recht. Wüsste ich sicher, dass die Person Aids hat, wäre es für mich natürlich klar, die HLW sein zu lassen oder entspr. Vorkehrungen zu treffen. Bevor ich sage, warum, will ich damit gleich einschließen, warum viele nicht eingrifen: Selbstschutz geht vor Fremdschutz. Das lernt man auch im DRK so. Wenn man sieht, dass 5 Leute auf eine Frau einprügeln, so mischt man sich nicht ein, weil man sich selber in Gefahr bringt und kaum was auswirken könnte. Dass man natürlich Polizei verständigt oder vllt. versucht Gruppen zu mobilisieren, die dann eingreifen können, ist natürlich klar. Aber nicht immer ist alleiniges, sofortiges Eingreifen die bessere Variante. air |
| JOHM - 01.11.2007 15:12: Hallo, über das Thema kann man tagelang diskutieren, aber auf ein Ergebnis was Richtig und was Falsch ist wird man nie kommen. Im StGB §323 steht zwar die Androhung von Strafe usw. bei unterlassener Hilfeleistung aber wirklich verurteilt hierzu ist, glaube ich, noch niemand. Zur \"Ersten Hilfe\" gehört natürlich auch das \"NUR\" Absetzen des Notrufes, wenn ich nicht wirklich in der Lage bin eine Erstversorgung an einem verunfallten Person durchzuführen. Wie ja auch schon erwähnt, weiß nun mal nicht jeder mehr, wenn er vor 20 Jahren einen Erste Hilfe Lehrgang gemacht hat was er bei einem Notfall zu tun hat. Die Idee, das jeder Fahrzeugführer den Erste Hilfe Lehrgang regelmäßig wiederholen soll ist natürlich eine gute Idee. Aber?... wieviel Autofahrer gibt es in Deutschland?... wer soll das Überprüfen und Nachweis führen?... und vor allem, wer soll die ganzen Fahrzeugführer Ausbilden? Man hat zwar schon einmal darüber nachgedacht, aber die Umsetzung wird nicht funktionieren. Wer sich nicht mehr sicher in Erste Hilfe ist, der kann ja den Lehrgang wiederholen, aber das macht auch keiner!! |
| Airblader - 01.11.2007 16:30: Aber spätestens, wenn man selbst den Unfall baut, beklagt man sich, wenn die Ersthelfer keine Ahnung mehr haben :/ air |
| HypNEO - 02.11.2007 13:54: [quote] [i]Original von JOHM:[/i] über das Thema kann man tagelang diskutieren, aber auf ein Ergebnis was Richtig und was Falsch ist wird man nie kommen. [/quote] Und zwar, weil es hier auch kein \"Richtig\" und kein \"Falsch\" gibt. Es gibt eine [b]Gesetzeslage[/b] auf der einen Seite, und es gibt Menschen, die eine [b]Entscheidung [/b]treffen auf der anderen Seite. Entweder sie leisten Hilfe oder sie tun es nicht. In jedem Fall müssen sie die Verantwortung für ihre Entscheidung tragen, sei es vor Gericht, sei es vor der Gesellschaft oder vor sich selbst. Begriffe von \"Richtig\" und \"Falsch\" sind menschliche und zudem immer subjektive [b]Wertungen mit manipulativem Charakter[/b]. Auch das Leben nach den Gesetzen und das Verstoßen gegen Gesetze hat nichts mit \"Richtig\" und \"Falsch\" zu tun. Weder ist es \"falsch\", gegen ein Gesetz zu verstoßen, noch muss ich mich dafür schuldig fühlen, wenn ich es getan habe, noch muss ich (aus moralischer, nicht aus rechtlicher Sicht) Wiedergutmachung leisten. Ich habe die [b]Wahl[/b] dies zu tun. Aber in jedem Fall muss ich die Verantwortung für den begangenen Regelverstoß tragen, die kann ich auf niemandem abwälzen. Gruß, HypNEO |
| Turntablerocker - 02.11.2007 14:18: edit |
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